Herzklappenerkrankungen
Herzklappenerkrankungen sind häufig und treten mit zunehmendem Alter der Bevölkerung immer öfter auf. Die Aortenklappenstenose ist die häufigste behandlungsbedürftige Herzklappenerkrankung in Europa und den USA, mit einer Prävalenz von ca. 2 Prozent bei über 65-Jährigen und bis zu 5 Prozent bei über 85-Jährigen. Bei hochgradiger Aortenklappenstenose ist die Prognose schlecht und es gibt keine medikamentöse Therapie. Der operative oder interventionelle Aortenklappenersatz ist die einzige kurative Option. Ein Verständnis der Erkrankung und deren Mechanismen ist wichtig für neue präventive Therapien.
Die degenerativ-kalzifizierende Aortenklappenstenose ist die häufigste Form der erworbenen Aortenklappenstenose und betrifft die dreiteilige Herzklappe zwischen linker Hauptkammer und Hauptschlagader. Eine Sonderform ist die bikuspide Aortenklappenstenose, eine angeborene Fehlbildung mit nur zwei Taschen, die bei 1-2 Prozent der Bevölkerung vorkommt und das Risiko für eine Aortenklappenstenose erhöht.
Die Mitralklappeninsuffizienz (MI) ist nach der Aortenklappenstenose die zweithäufigste behandlungsbedürftige Herzklappenerkrankung in Europa, mit einer Prävalenz von über 10 Prozent bei Menschen über 75 Jahren. Sie kann primär degenerativ oder sekundär funktionell sein. Die komplexe Anatomie der Mitralklappe erschwert die Behandlung, besonders bei Hochrisikopatienten, was neue minimal-invasive Therapien erfordert.
Das CCM ABCD gehört zu den größten Zentren für Herzklappentherapien in Europa durch und ermöglicht große multizentrische Studien. Es hat sich zur Aufgabe gemacht, die Entstehung und Progression von Herzklappenerkrankungen zu definieren, Risikofaktoren zu identifizieren und Behandlungsprozeduren und Nachsorge in der klinischen Praxis zu optimieren. Daten werden in großen Registern und Biobanken gesammelt und die Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnern gefördert.